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2014 Ecuador & Galapagos

Das Land am Äquator, das sich von der Pazifikküste über die Anden bis zum Regenwald des östlichen Tieflands erstreckt, ist dank seiner geografischen Vielfalt eine der artenreichsten Nationen der Welt. Zu Ecuador gehören auch die Galapagosinseln mit ihrer einzigartigen Fauna – anhand derer Charles Darwin seine weltberühmten Theorien entwickelte.

 

In der Erdmitte

Ecuador - man ahnt es - verdankt seinen Namen dem Äquator, der das Land nördlich der Hauptstadt Quito durchquert. Mit etwa 283'500 km2 Fläche (mit den Galapagosinseln) und einer Bevölkerung von mehr als 15 Millionen ist der Andenstaat eines der kleinsten Länder Südamerikas, aber zugleich das am dichtesten besiedelte.

Wie der Nachbarstaat Peru im Süden besteht Ecuador aus drei höchst unterschiedlichen Regionen: der Pazifikküste, dem Andenhochland und dem Amazonasbecken. Allein diese landschaftliche Vielfalt übt einen magischen Zauber auf die Besucher aus. Von den tropischen Stränden ist es nur eine Tagesfahrt in die luftigen Höhen der Kordilleren mit ihren schneebedeckten Sechstausendern und (teils noch aktiven) Vulkanen; und von hier wiederum erreicht man in einem Tag den dichten, dampfenden Regenwald im Quellgebiet des Amazonas.

Quito, auf 2800m wunderschön in einem Hochbecken der Anden gelegen, ist im wörtlichen Sinn der atemberaubende Höhepunkt Ecuadors. Zum einen liegt das an der dünnen Gebirgsluft, an die man sich langsam gewöhnen muss, zum anderen besticht die Hauptstadt mit einer fantastischen Aussicht sowie schönen alten Kolonialbauten, Plätzen und Kirchen im spanischen Barockstil. Eine schlummernde Gefahr ist in Quito allerdings immer gegenwärtig: Erdbeben und Vulkanausbrüche. Noch im September 1999 stiess der Pichincha Rauchwolken aus und liess einen dichten Aschenregen auf die Kapitale und die umliegenden Dörfer herabgehen.

Die grösste Stadt des Landes ist jedoch nicht Quito, sondern Guayaquil im Küstentiefland, das sich seit seiner Gründung vor über 400 Jahren von einem insektenverseuchten Sumpf zu einem blühenden Handelszentrum und zum wichtigsten Hafen entwickelt hat. Die belebten Strassen von Guayaquil spiegeln die Bevölkerungsstruktur Ecuadors wider: 80 % der 3,3 Millionen Bewohner (rund ein Fünftel der Landesbevölkerung) sind Mestizen oder Indigene, dazu kommen Europäer, Asiaten und Afrikaner. In den letzten Jahren entstanden an den Stränden nördlich der Hafenstadt einige schöne Ferien- und Badeorte.

Eine Hauptattraktion Ecuadors liegt rund 1000 km von der Küste entfernt mitten im Pazifik: die Galapagosinseln mit ihrer auf dem ganzen Globus einmaligen Vogel-, Tier- und Pflanzenwelt.

Galapagosinseln

Spanische Seefahrer nannten den eigenartigen Archipel im 16. Jh "Las Encantadas", die "Verzauberten Inseln". Heute faszinieren die rund 1000 km westlich von Ecuador beidseits des Äquators gelegenen Galapagosinseln mit ihrer Vogel-, Tier- und Pflanzenwelt Wissenschaftler und Touristen.

Vor Jahrmillionen entstanden die Inseln - insgesamt 13 Hauptinseln und zahllose kleine Felseninseln - durch eine Reihe von Vulkanausbrüchen unter der Meeresoberfläche. Sie sind grösstenteils dürr und öde; schroffe Lavaklippen und Krater kontrastieren mit grünen Mangroven und blauen Seen. Da die Inseln nie mit dem Festland verbunden waren, konnten Tiere nur fliegend, schwimmend oder als "Strandgut" hierher gelangen. Sie entwickelten sich dann in völliger Abgeschiedenheit und passten sich den örtlichen Gegebenheiten an.

Als der junge britische Wissenschaftler Charles Darwin auf einer Forschungsreise an Bord der Beagle 1835 den Galapagosarchipel erkundete, war er zwar nicht von der Flora, jedoch von der Fauna der Inseln zutiefst beeindruckt. Er stellte fest, dass die Tierarten nicht nur von den auf dem südamerikanischen Festland angesiedelten abwichen, sondern dass selbst von einer Insel zur anderen Unterschiede bestanden - die Schildkrötenpanzer hatten unterschiedliche Formen und die Schnäbel der Finken waren jeweils der vorhandenen Nahrung angepasst.

Der Anblick der Riesenschildkröten und der schwarzen Lavafelsen, auf denen sich Leguane in der Sonne wärmen, versetzt den Besucher in eine urtümliche Welt und Zeit. Rund 25'000 Einwohner teilen sich den Archipel mit den Tieren, die vor Menschen keine Scheu haben.

Einst erhob sowohl England als auch Spanien Anspruch auf den Archipel, und so tragen die Hauptinseln spanische und englische Namen: Isabela-Albemarle, Santa Cruz-Indefatigable, Santiago-James, ... Im Jahr 1959 stellte Ecuador die Inseln unter Naturschutz, 1978 wurden sie von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Heute ist der Tourismus auf Galapagos streng reglementiert, und (zahlende) Besucher müssen von einem offiziellen Führer begleitet werden.